Die Bilder wurden von der Feuerwehr Volketswil erstellt und dürfen nur für den Eigengebrauch verwendet werden.

Bildergalerie

<< zurück zur Übersicht

06.10.2017 - Bubenstreich löst Alarm aus - Evaluation wegen Pfefferspray

VOLKETSWIL: Am Montag wurde an der Schule Lindenbüel Alarm wegen eines unbekannten Geruchs ausgelöst. Innert kurzer Zeit waren alle rund 500 Schülerinnen und Schüler evakuiert. 35 Schüler mussten vor Ort durch die Notzärzte untersucht werden. Die Ursache des Vorfalls konnte in der Zwischenzeit geklärt werden, wie die Kantonspolizei mitteilt. Polizisten seien auf vier Schüler aufmerksam geworden, die mit der Geruchsbelästigung etwas zu tun haben könnten. In den Befragungen gaben diese dann an, kurz nach zehn Uhr im Herren-WC sowie in einem Schulzimmer einen Pfefferspray verwendet zu haben. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass dies einen solchen Grosseinsatz auslösen könnte.

Bei den Schülern handelt es sich um drei 15-Jährige sowie einen 14-jährigen Knaben aus Volketswil. Gegen sie wird zuhanden der Staatsanwaltschaft See/Oberland rapportiert. 

 

SCHULE: Am Montagmorgen wurde an der Schule Lindenbüel eine Geruchsimmission festgestellt. Mittlerweile ist die Ursache bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen einen 14- und drei 15-jährige Schüler. 

 

Im Schulhaus Lindenbüel ist am Montag das eingetreten, was alle Schulen periodisch üben: ein Ernstfall. «Eine Lehrperson stellte einen Geruch in einem Treppenhaus fest», sagt Michael Anders, Leiter Bildung der Schulverwaltung Volketswil. Daraufhin habe die durch die Lehrperson informierte Schulleitung nach einer Lagebeurteilung entschieden, Alarm auszulösen.

In der Folge rückte ein Grossaufgebot von Rettungskräften, darunter die Feuerwehr Volketswil, die Berufsfeuerwehr Winterthur, Schutz & Rettung, Regio 144 sowie die Kantonspolizei, aus.

Dann hat man die rund 500 Schülerinnen und Schüler evakuiert und zu einem Sammelplatz gebracht. Die Lehrpersonen, welche die Evakuation unterstützten, hätten vorbildlich reagiert, sagt Anders: «Es ist gelungen, die Schüler zu beruhigen und die Situation zu deeskalieren.» Dies sei wichtig, denn ein Ereignis wie dieses bringe eine «gewisse Dramaturgie» mit sich.

 

NIEMAND HOSPITALISIERT

Auf dem Sammelplatz habe die Sanität sofort mit der Triagierung der Schüler begonnen. Dabei hätten sich 35 Schüler von sich aus gemeldet, weil sie auffällige Symptome bei sich registriert hätten, schildert Anders. Diese Schüler wurden darauf von den anwesenden Notärzten untersucht. Hospitalisiert werden musste niemand. Zeitgleich mit den Untersuchungen wurden die Eltern durch die anwesende Polizei oder durch Schüler selbst telefonisch informiert. «Auch jene Eltern, die kommen wollten, haben wir zum Sammelpunkt geführt und sie über den Vorfall informiert», sagt Michael Anders.

Die letzten Schüler hätten kurz nach 13 Uhr von den Rettungskräften entlassen werden können.

 

KEIN CHLORGAS

Die Schulpräsidentin Rosmarie Quadranti befand sich privat in Uster, als sie die Nachricht über die Evakuation erreichte. «Man erschrickt, wenn einen so eine Meldung erreicht», gesteht Quadranti. In der ersten Information, die sie erhalten habe, sei noch von Chlorgas die Rede gewesen. «Ich wusste aber, dass im Schulhaus Lindenbüel kein Chlorgas vorhanden sein kann, weshalb ich dieses Szenario ausschliessen konnte.»

Nachdem ihr bestätigt worden sei, dass es beim Zwischenfall keine Verletzten gebe, habe sie sich in die Schulverwaltung in Volketswil begeben, wo während der ganzen Zeit «alle Fäden zusammengelaufen» seien.

In der Schulverwaltung warteten bereits die zwei anderen Personen des Krisenstabs, unter anderem auch der Leiter Bildung Michael Anders. Gemäss Meldung der Kantonspolizei Zürich nahmen Spezialisten der Chemiewehr vor Ort Messungen in der Luft nach Schadstoffen vor. Bis jetzt konnten aber keine schädlichen Substanzen festgestellt werden. Das Schulhaus wurde gegen 13.30 Uhr wieder freigegeben, die Schüler bekamen am Nachmittag aber dennoch schulfrei.

 

PFEFFERSPRAY IM WC

Aufgrund sofort eingeleiteter Ermittlungen wurden Polizisten auf vier Schüler aufmerksam, die mit der Geruchsbelästigung etwas zu tun haben könnten. In den polizeilichen Befragungen gaben sie an, kurz nach zehn Uhr einen Pfefferspray im Herren-WC sowie in einem Schulzimmer verwendet zu haben. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass dies einen solchen Grosseinsatz auslösen würden. Bei den Verursachern handelt es sich um drei 15-jährige sowie einen 14-jährigen Knaben aus Volketswil. Gegen sie wird zuhanden der Jugendanwaltschaft See/Oberland rapportiert.

 

Laurin Eicher